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Hausnotruf oder App? Was wofür taugt

Ein Hausnotruf und eine Check-in-App lösen zwei verschiedene Probleme. Welches Gerät wofür gedacht ist, und wann keins von beidem hilft.

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Wer für einen Elternteil oder für sich selbst nach einer Absicherung sucht, stösst zuerst auf den Hausnotruf: ein Knopf am Handgelenk oder an einer Kette, der eine Leitstelle anruft. Daneben gibt es seit einigen Jahren Check-in-Apps wie Ondira. Die beiden werden oft in einen Topf geworfen, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten.

Der Hausnotruf beantwortet: „Ich brauche jetzt Hilfe“

Ein Hausnotruf ist ein aktives Notrufgerät. Jemand stürzt, drückt den Knopf, und eine Leitstelle meldet sich über die Freisprecheinrichtung. Die Leitstelle entscheidet dann, ob ein Angehöriger, der Pflegedienst oder der Rettungsdienst kommt.

Das setzt zwei Dinge voraus. Erstens muss die Person den Knopf tragen, auch nachts und unter der Dusche, wo die meisten Stürze passieren. Zweitens muss sie nach dem Sturz bei Bewusstsein und in der Lage sein, ihn zu drücken. Manche Geräte haben inzwischen eine automatische Sturzerkennung, die diesen zweiten Punkt teilweise auffängt.

Wofür ein Hausnotruf die richtige Wahl ist: erhöhtes Sturzrisiko, bekannte Herz- oder Kreislaufprobleme, Zustand nach einem Schlaganfall, Demenz im frühen Stadium. Überall dort, wo im Ernstfall Minuten zählen.

Die Check-in-App beantwortet: „Ist gestern etwas passiert?“

Eine Check-in-App dreht die Richtung um. Statt im Notfall Alarm zu schlagen, meldet sich die Person im Normalfall kurz: ein Tipp, einmal am Tag. Bleibt der Tipp aus, werden nach einer Weile die hinterlegten Kontakte per E-Mail informiert.

Das ist langsamer. Zwischen dem Ereignis und der Benachrichtigung liegen Stunden, nicht Sekunden. Dafür funktioniert es auch dann, wenn jemand nach einem Sturz nicht mehr handeln kann, und es braucht kein Gerät am Körper.

Wofür eine Check-in-App die richtige Wahl ist: Menschen, die allein leben und gesundheitlich unauffällig sind. Angehörige, die weit weg wohnen und nur wissen wollen, dass der Alltag läuft. Menschen, die einen Hausnotruf ablehnen, weil er sie zum Pflegefall erklärt.

Der Unterschied, der in der Praxis am meisten zählt

Ein Hausnotruf ist ein Gerät plus ein Dienst mit einer Leitstelle, und er kostet entsprechend jeden Monat etwas. Wie viel, hängt stark vom Anbieter, vom Land und davon ab, ob eine Kasse oder Gemeinde etwas übernimmt. Wer vergleicht, sollte auf die Anschlussgebühr, die Mindestlaufzeit und darauf achten, ob Einsätze extra kosten.

Eine Check-in-App hat keine Leitstelle. Es gibt niemanden, der im Ernstfall entscheidet und ausrückt. Die Entscheidung liegt bei den Menschen, die die Benachrichtigung bekommen: der Tochter, dem Nachbarn, der Freundin. Das ist eine bewusste Einschränkung, keine fehlende Funktion. Wer eine Leitstelle braucht, braucht einen Hausnotruf.

Wann keins von beidem passt

Wenn jemand regelmässig vergisst, Medikamente zu nehmen, oder sich in der eigenen Wohnung nicht mehr zurechtfindet, lösen weder Knopf noch App das Problem. Dann geht es um Pflege, nicht um Benachrichtigung. Der richtige nächste Schritt ist ein Gespräch mit dem Hausarzt oder der lokalen Pflegeberatung.

Beides zusammen ist möglich

Die Kombination schliesst sich nicht aus. Ein Hausnotruf deckt den akuten Notfall ab, eine Check-in-App den langsamen Fall, in dem niemand Alarm schlagen konnte. Wer beides einsetzt, sollte den Angehörigen vorher sagen, welche Nachricht was bedeutet, damit eine ausbleibende Check-in-Mail nicht als Notruf gelesen wird.


Ondira ist eine Check-in-App und ausdrücklich kein Notrufdienst. Wenn jemand sofort Hilfe braucht, ruf den Notruf.