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Hausnotruf Schweiz: Kosten, Anbieter und Alternativen im Überblick

Was kostet ein Hausnotruf in der Schweiz, wer bietet ihn an, und wer zahlt mit? Ein ruhiger Überblick mit Preisen, Beiträgen und ehrlichen Alternativen.

Veröffentlicht · Aktualisiert

Meist beginnt die Suche nach einem Hausnotruf mit einem konkreten Anlass. Ein Sturz im Treppenhaus, der glimpflich ausging. Ein Spitalaufenthalt. Oder einfach der Gedanke, dass Mutter oder Vater seit dem Tod des Partners allein in der Wohnung leben. Dann tauchen dieselben Fragen auf: Wie funktioniert so ein Gerät? Was kostet es? Wer bietet es an? Und gibt es Alternativen, die besser zu uns passen?

Dieser Überblick beantwortet die Fragen der Reihe nach. Die Preise stammen direkt von den Anbietern und haben den Stand Oktober 2026. Sie unterscheiden sich je nach Kanton und ändern sich. Prüfe sie also vor einer Entscheidung beim Anbieter in deiner Region.

So funktioniert ein Hausnotruf

Ein klassischer Hausnotruf besteht aus zwei Teilen. Erstens eine Basisstation in der Wohnung, mit Lautsprecher und Mikrofon. Zweitens ein kleiner Notrufknopf, den man am Handgelenk oder an einer Kette um den Hals trägt.

Drückt die Person den Knopf, baut die Basisstation eine Sprechverbindung auf. Wohin, hängt vom Abo ab:

  • Zu Angehörigen oder Nachbarn. Die hinterlegten privaten Kontakte werden angerufen. Das ist meist die günstigste Variante.
  • Zu einer Notrufzentrale. Geschulte Mitarbeitende melden sich rund um die Uhr, sehen Adresse, Kontaktpersonen und hinterlegte Angaben zur Gesundheit und entscheiden, wen sie aufbieten: Angehörige, die Spitex oder den Rettungsdienst.
  • Eine Mischform. Zuerst werden private Kontakte alarmiert. Nimmt niemand ab, übernimmt die Zentrale.

Häufig gehört ein Schlüsseldepot dazu. Der Wohnungsschlüssel ist dann sicher hinterlegt, damit Helfende auch hineinkommen, wenn niemand die Tür öffnen kann.

Mobile Notrufgeräte mit GPS

Neben der Basisstation für zu Hause gibt es mobile Geräte. Sie haben eine eigene SIM-Karte, funktionieren unterwegs und können im Alarmfall den Standort übermitteln. Manche sehen aus wie eine Armbanduhr. Für Menschen, die viel draussen sind, einkaufen, spazieren oder im Garten arbeiten, ist das oft die passendere Lösung als ein Gerät, das nur in der Wohnung funktioniert.

Automatische Sturzerkennung

Einige Geräte haben einen Sturzsensor. Er erkennt typische Bewegungsmuster eines Sturzes und löst den Alarm aus, auch wenn die Person den Knopf nicht mehr drücken kann. Das ist ein echter Gewinn, hat aber Grenzen: Nicht jeder Sturz wird erkannt, und gelegentlich gibt es Fehlalarme. Frag beim Anbieter nach, wie die Sturzerkennung bei seinem Gerät funktioniert und was sie zusätzlich kostet.

Hausnotruf-Anbieter in der Schweiz

In der Schweiz gibt es einige grosse, etablierte Anbieter und daneben regionale Angebote. Die folgende Liste ist nicht vollständig. Sie nennt Anbieter, deren Angaben wir auf ihren eigenen Websites geprüft haben.

Rotkreuz-Notruf. Das Schweizerische Rote Kreuz bietet den Notruf über seine Kantonalverbände an. Es gibt Varianten für zu Hause („Casa“), für unterwegs („Mobil“) und als Kombination, dazu eine Notrufuhr. Bei den Abos unterscheidet das SRK zwischen „Basic“ (alarmiert private Kontakte), „Relax“ (zuerst private Kontakte, dann die Zentrale) und „Premium“ (direkt die Notrufzentrale). Die Angebote unterscheiden sich je nach Kanton.

SmartLife Care. SmartLife Care ist offizieller Partner von Pro Senectute und bietet Geräte für zu Hause und unterwegs, Notrufuhren und Medaillons an. Je nach Abo geht der Alarm an eine private Kontaktperson oder an die eigene 24-Stunden-Notrufzentrale.

Spitex-Notruf. Viele Spitex-Organisationen bieten einen eigenen 24-Stunden-Notruf an, oft mit einem externen Partner für die Zentrale. Der Spitex Verband Kanton Zürich arbeitet dafür zum Beispiel mit Medicall zusammen. Der Vorteil: Je nach Abo kann im Notfall direkt die Spitex ausrücken, die die Person vielleicht schon kennt. Frag bei der Spitex in deiner Gemeinde nach.

Pro Senectute verweist in ihrem Ratgeber ausserdem auf Apps und Smart-Home-Lösungen. Eine Beratung bei der kantonalen Pro Senectute oder beim Rotkreuz-Kantonalverband ist kostenlos und hilft, das passende Gerät zu finden.

Was kostet ein Hausnotruf?

Die Kosten bestehen fast immer aus zwei Teilen: einer einmaligen Gebühr für Installation und Einführung und einer monatlichen Abo-Gebühr. Beim Rotkreuz-Notruf ist der Preis unabhängig davon, wie oft man den Knopf tatsächlich drückt.

Beispiele aus den öffentlich zugänglichen Preislisten der Anbieter, Stand Oktober 2026. Die Auswahl ist keine vollständige Marktübersicht, die Angaben sind ohne Gewähr, und massgebend sind die aktuellen Preise der Anbieter:

Anbieter und Region Variante Pro Monat Einmalig
SRK Kanton Zürich Casa Relax CHF 57 ab CHF 150
SRK Kanton Zürich Casa Premium CHF 64 ab CHF 150
SRK Kanton Zürich Mobil Premium CHF 64 ab CHF 150
Croix-Rouge fribourgeoise Casa Premium CHF 51 CHF 120
Croix-Rouge fribourgeoise Mobil Premium CHF 62 CHF 120
SmartLife Care Abo Basic, Comfort oder Professional + Gerät „Flex“ (Miete) CHF 51 bis 67 (Abo CHF 33 bis 49 plus Miete CHF 18) Bereitstellungsgebühr bei Miete, Betrag beim Anbieter erfragen
Spitex Aare Standard / Premium mit Spitex-Einsatz CHF 58 / CHF 98 CHF 150
Spitex Biel-Bienne Regio ohne / mit Spitex-Bereitschaft CHF 58 / ab CHF 83 CHF 150

Beim SRK Zürich kommen je nach Wahl Zusatzkosten dazu, etwa für ein Schlüsseldepot oder wenn keine private Kontaktperson hinterlegt ist. Bei SmartLife Care kommt zur Gerätemiete das Abo dazu, bei der Spitex können Einsätze vor Ort zusätzlich kosten. Rechne also mit dem Gesamtpreis, nicht mit dem tiefsten Betrag auf der Website.

Hausnotruf vergleichen: vier Fragen an jeden Anbieter

Frag jeden Anbieter nach denselben vier Punkten. Wer wird im Alarmfall zuerst angerufen? Was kostet die Sturzerkennung? Gibt es eine Kündigungsfrist? Und was kostet der Einsatz, wenn jemand vorbeikommen muss?

Wer zahlt mit? Beiträge und Ermässigungen

Ganz selbst bezahlen muss man einen Hausnotruf nicht immer. Es gibt mehrere Wege, die du prüfen kannst:

  • Krankenkasse. Je nach Zusatzversicherung beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten. Das schreiben sowohl das SRK Zürich als auch Pro Senectute. Frag direkt bei der Kasse nach, bevor du einen Vertrag abschliesst.
  • Sozialtarif bei Ergänzungsleistungen. Laut SRK gilt je nach Kanton für Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungsleistungen und in Härtefällen ein Sozialtarif. Pro Senectute nennt für SmartLife Care eine Ermässigung von 25 Prozent auf das Abo bei Ergänzungsleistungen und hilft in Härtefällen.
  • Ergänzungsleistungen: Krankheits- und Behinderungskosten. Wer Ergänzungsleistungen bezieht, kann bestimmte Kosten zusätzlich vergütet bekommen, darunter Kosten für Hilfsmittel. Welche Kosten genau, regeln laut ahv-iv.ch die Kantone. Ob ein Notrufgerät dazugehört, klärst du am besten vorab bei der EL-Stelle deines Kantons.
  • Entschädigung der AHV bei dauerndem Hilfebedarf. Wer für alltägliche Dinge wie Aufstehen, Ankleiden oder Essen dauernd auf Hilfe angewiesen ist, hat unter Umständen Anspruch auf eine Leistung der AHV, unabhängig von Einkommen und Vermögen. Diese Leistung ist nicht für einen Hausnotruf gedacht, sondern für den gesamten Hilfebedarf. Die Voraussetzungen erklärt das Merkblatt 3.01 der AHV. Die Anmeldung läuft über die IV-Stelle des Wohnkantons.

Alternativen zum Hausnotruf

Ein Hausnotruf ist nicht die einzige Möglichkeit. Je nach Situation passt etwas anderes besser, oder eine Kombination.

Nachbarschaft und feste Absprachen

Die unscheinbarste Lösung ist oft die wirksamste: eine Nachbarin mit Schlüssel, die merkt, wenn morgens die Zeitung im Briefkasten bleibt. Ein fester Telefontermin. Das kostet nichts und hängt an Menschen, nicht an Technik. Die Schwäche: Es hängt auch an Menschen. Ferien, Krankheit oder ein Umzug reissen Lücken.

Check-in-Apps

Eine Check-in-App dreht das Prinzip um. Statt im Notfall Hilfe zu rufen, meldet sich die Person im Normalfall kurz, zum Beispiel jeden Morgen mit einem Tipp. Bleibt das Lebenszeichen aus, werden Vertrauenspersonen informiert.

Ondira funktioniert so: Läuft die selbst gewählte Frist ab, erinnert die App zuerst die Person selbst. Erst wenn auch darauf keine Reaktion kommt, bekommen die Kontakte eine ruhig formulierte E-Mail. Die Kontakte brauchen keine App. Es gibt keine Live-Ortung und kein Hintergrund-Tracking, den Standort teilt die App nur auf Wunsch beim Check-in. Wie das im Detail abläuft, steht auf der Seite So funktioniert es. Der tägliche Check-in ist gratis, Ondira Plus kostet CHF 3 im Monat oder CHF 30 im Jahr. Mehr dazu unter Preise.

Wichtig: Eine Check-in-App ist langsamer als ein Notrufknopf. Zwischen einem Sturz und der Benachrichtigung können Stunden liegen. Sie ruft keine Zentrale und keine Rettung. Dafür funktioniert sie auch dann, wenn jemand den Knopf nicht mehr drücken kann, und sie braucht kein Gerät am Körper. Voraussetzung ist ein Smartphone, mit dem die Person umgehen kann.

Smart Home und Sensoren

Bewegungsmelder, smarte Türkontakte oder Steckdosen, die auffällige Ruhe melden: Solche Systeme laufen im Hintergrund und verlangen nichts. Sie sind aber aufwendiger einzurichten, brauchen meist WLAN und fühlen sich für manche Menschen nach Beobachtung an. Sprich offen darüber, bevor du etwas installierst.

Entscheidungshilfe: Was passt zu wem?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf das Risiko an, nicht auf die Technik.

Ein Hausnotruf ist die bessere Wahl, wenn ein erhöhtes Sturzrisiko besteht, nach einem Schlaganfall, bei bekannten Herz- oder Kreislaufproblemen oder wenn im Ernstfall Minuten zählen. Dann braucht es eine Verbindung, die sofort jemanden ans Telefon bringt, und eine Zentrale, die Hilfe aufbietet. Eine App kann das nicht ersetzen.

Eine Check-in-App passt eher, wenn jemand gesundheitlich unauffällig ist, selbstständig lebt und ein Smartphone nutzt. Und wenn es vor allem um eine Frage geht: Würde es jemand merken, wenn etwas passiert ist?

Beides zusammen ist sinnvoll, wenn der Knopf oft in der Schublade liegt oder nachts nicht getragen wird. Das tägliche Lebenszeichen fängt dann die Lücke auf. Den ausführlichen Vergleich findest du auf unserer Seite Hausnotruf oder Check-in-App.

Und wenn das Thema innerhalb der Familie schwierig ist, hilft unser Leitfaden für das Gespräch auf der Seite für Angehörige.

Ganz gleich, wofür ihr euch entscheidet: Im akuten Notfall gilt immer die 144 für die Sanität oder die 112.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hausnotruf in der Schweiz pro Monat?

Bei den Angeboten, die wir geprüft haben, liegen die Monatskosten zwischen rund CHF 50 und CHF 100, je nachdem, ob eine Notrufzentrale oder die Spitex ausrückt. Dazu kommt meist eine einmalige Gebühr von etwa CHF 120 bis CHF 150 (Stand: Oktober 2026). Die Preise unterscheiden sich je nach Kanton, Variante und Zusatzleistungen wie Sturzsensor oder Schlüsseldepot.

Was kostet der Rotkreuz-Notruf?

Je nach Kantonalverband und Variante. Beim SRK Kanton Zürich CHF 57 bis 64 pro Monat plus ab CHF 150 einmalig, bei der Croix-Rouge fribourgeoise CHF 51 bis 62 pro Monat plus CHF 120 einmalig (Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr).

Zahlt die Krankenkasse den Hausnotruf?

Die Grundversicherung in der Regel nicht. Je nach Zusatzversicherung beteiligt sich die Krankenkasse aber an den Kosten. Frag vor Vertragsabschluss direkt bei der Kasse nach und lass dir die Antwort schriftlich geben.

Gibt es Unterstützung bei Ergänzungsleistungen?

Ja, auf mehreren Wegen. Viele Anbieter haben einen Sozialtarif oder eine Ermässigung für Menschen mit Ergänzungsleistungen. Zudem können Kosten für Hilfsmittel über die Ergänzungsleistungen vergütet werden. Was genau dazu zählt, regelt der Kanton. Die EL-Stelle gibt verbindlich Auskunft.

Welche Hausnotruf-Anbieter gibt es in der Schweiz?

Bekannte Anbieter sind der Rotkreuz-Notruf der kantonalen Rotkreuz-Verbände, SmartLife Care als Partner von Pro Senectute sowie die Notrufangebote vieler Spitex-Organisationen. Daneben gibt es private und regionale Anbieter. Eine unabhängige Beratung bekommst du bei der kantonalen Pro Senectute.

Was ist eine gute Alternative zum Hausnotruf?

Das hängt davon ab, was abgesichert werden soll. Für ein akutes Sturzrisiko ist ein Hausnotruf die richtige Lösung. Wer gesund und selbstständig lebt und vor allem sicher sein will, dass ein Ausbleiben bemerkt wird, ist mit einer Check-in-App, festen Absprachen in der Nachbarschaft oder einer Kombination oft gut beraten.