Hausnotruf oder Check-in-App? Was wirklich zu euch passt

Ein Hausnotruf und Ondira lösen zwei verschiedene Probleme. Der eine hilft, wenn jemand selbst Hilfe rufen kann. Der andere merkt, wenn sich jemand nicht mehr meldet. Hier steht ehrlich, was wofür taugt.

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Zwei Fragen, die oft verwechselt werden

Wer für einen Elternteil oder für sich selbst nach Sicherheit sucht, landet zuerst beim Hausnotruf: ein Knopf am Handgelenk oder an einer Kette, der eine Leitstelle anruft. Er beantwortet die Frage „Ich brauche jetzt Hilfe“.

Eine Check-in-App wie Ondira beantwortet eine andere Frage: „Ist seit gestern etwas passiert?“ Die Person meldet sich im Normalfall mit einem Tipp. Bleibt der aus, erfahren es die Menschen, die ihr nahestehen.

Der Hausnotruf setzt voraus, dass jemand den Knopf trägt, auch nachts und im Bad, und ihn nach einem Sturz noch drücken kann. Viele Geräte haben deshalb eine automatische Sturzerkennung. Ondira setzt voraus, dass jemand täglich bewusst tippt. Beides hat Grenzen. Die richtige Wahl hängt davon ab, welche Grenze für euch tragbar ist.

„Der Knopf liegt in der Schublade. Aber anrufen will ich auch nicht jeden Tag.“

Hausnotruf und Ondira im direkten Vergleich

Elf Punkte, die bei der Entscheidung zählen. Markiert ist, wer in der jeweiligen Zeile vorn liegt, auch wenn es nicht Ondira ist.

KriteriumHausnotrufOndira
FunktionsprinzipGleichwertigAktiver Notruf: Knopf drücken, Leitstelle oder Kontakte melden sich.Lebenszeichen: täglicher Tipp, bei Ausbleiben werden Kontakte informiert.
Was im Notfall passiertSprechverbindung zur Leitstelle, die Angehörige, Spitex oder Rettung aufbietet.VorteilZuerst eine Erinnerung an die Person, dann eine E-Mail an die Vertrauenskontakte. Keine Leitstelle.
ReaktionszeitMinuten, sobald der Knopf gedrückt oder ein Sturz erkannt wird.VorteilStunden, je nach gewähltem Rhythmus und Frist.
Benötigte HardwareBasisstation und Sender am Körper, je nach Modell Notrufuhr mit SIM-Karte.Das eigene Smartphone oder Tablet.Vorteil
InstallationGerät wird geliefert oder installiert, Notfalldaten werden hinterlegt.App laden, Rhythmus und Kontakte eintragen, in wenigen Minuten erledigt.Vorteil
Laufende KostenMonatliches Abo inklusive Leitstelle, beim Rotkreuz-Notruf zum Beispiel CHF 51 bis 64, dazu einmalig CHF 120 bis 150 (beim SRK Zürich CHF 200 bis 220 für Casa und Mobil zusammen) (SRK Zürich und Freiburg, Stand Oktober 2026).Gratis-Version ohne Abo. Plus CHF 3 im Monat oder CHF 30 im Jahr. Keine Gebühr fürs Gerät oder die Installation.Vorteil
Abhängigkeit vom NutzerGleichwertigKnopf muss getragen und im Notfall gedrückt werden, ausser bei Sturzerkennung.Funktioniert auch, wenn jemand nicht mehr handeln kann, braucht aber den täglichen Tipp.
PrivatsphäreGesundheits- und Notfalldaten liegen bei der Leitstelle, damit sie helfen kann.Keine Gesundheitsdaten, kein Hintergrund-Tracking. Standort nur auf Wunsch beim Check-in.Vorteil
Reichweite ausser HausStationäre Geräte nur zu Hause, mobile Varianten auch unterwegs.Überall, wo das Smartphone kurz Internet hat, auch auf Reisen.Vorteil
Eignung bei DemenzBesser geeignet: Mit Sturzerkennung löst das Gerät auch ohne Knopfdruck aus. Bei fortgeschrittener Demenz trotzdem mit Hausarzt oder Spitex abklären.VorteilWenig geeignet: Der tägliche Tipp setzt voraus, dass jemand daran denkt.
Eignung bei akutem SturzDafür gebaut: Hilferuf in Sekunden, Sprechverbindung, Aufgebot.VorteilMerkt den Sturz erst, wenn der nächste Check-in ausbleibt.

Quellen: srk-zuerich.ch/fuer-sie-da/hilfe-im-alltag/rotkreuz-notruf und croix-rouge-fr.ch/fr/prestations/services-aux-aines/systeme-dalarme-2025/ (geprüft im Oktober 2026). Preise: öffentliche Preislisten von SRK Zürich und Croix-Rouge fribourgeoise, Stand Oktober 2026, ohne Gewähr; Ondira laut eigener Preisliste. Hausnotruf und Ondira leisten Unterschiedliches, der Preisvergleich ersetzt keinen Leistungsvergleich. Prüfe vor dem Abschluss, ob Anschlussgebühr, Mindestlaufzeit und Einsätze im Preis enthalten sind.

Unser ehrliches Fazit

Es gibt keinen Sieger für alle. Es gibt die passende Lösung für eine bestimmte Situation.

Wann ein Hausnotruf die bessere Wahl ist

  • Bei erhöhtem Sturzrisiko, bekannten Herz- oder Kreislaufproblemen oder nach einem Schlaganfall, also überall, wo im Ernstfall Minuten zählen.
  • Wenn das Gedächtnis nachlässt: Ein tägliches Tippen lässt sich dann nicht mehr verlässlich erwarten.
  • Wenn jemand kein Smartphone nutzt oder nutzen will.
  • Wenn eine Leitstelle mit Fachpersonen entscheiden soll, wer kommt. In der Schweiz bieten das zum Beispiel die kantonalen Verbände des Roten Kreuzes mit dem Rotkreuz-Notruf, manche Spitex-Organisationen sowie Anbieter, die Pro Senectute empfiehlt.

Wann Ondira passt

  • Wenn jemand allein lebt, gesundheitlich gut zurechtkommt und selbstständig bleiben will.
  • Wenn ein Notrufknopf abgelehnt wird oder in der Schublade liegt.
  • Wenn Angehörige weit weg wohnen und nur wissen wollen, dass der Alltag läuft, ohne täglich anzurufen.
  • Wenn Privatsphäre wichtig ist: kein Gerät am Körper, keine Live-Ortung, keine Gesundheitsdaten.
  • Wenn jemand oft unterwegs ist, auf Reisen oder beim Wandern.

Wann beides zusammen sinnvoll ist

  • Der Hausnotruf deckt den akuten Notfall ab, Ondira den stillen Fall, in dem niemand Alarm schlagen konnte, etwa wenn der Knopf gerade nicht getragen wurde.
  • Sprecht vorher ab, welche Nachricht was bedeutet: Eine Ondira-E-Mail ist eine Bitte nachzufragen, kein Notruf.
  • Wenn jemand Medikamente vergisst oder sich zu Hause nicht mehr zurechtfindet, lösen weder Knopf noch App das Problem. Dann ist ein Gespräch mit der Hausärztin oder der Pflegeberatung der richtige Schritt.

Was Ondira nicht ist

  • Kein Hausnotruf

    Ondira ruft keine Leitstelle und keine Ambulanz, hat keine Sturzerkennung und keine Sprechverbindung. Es ersetzt den Notruf 144 nicht.

  • Keine Live-Ortung

    Ondira verfolgt dich nie und ortet dich nicht im Hintergrund. Nur wenn du es selbst einschaltest, schickt die App beim Check-in einmalig deinen Standort mit, damit deine Kontakte im Ernstfall wissen, wo sie suchen können; gespeichert bleibt nur der letzte, ohne fortlaufende Ortung und ohne Verlauf.

  • Kein Medizinprodukt

    Ondira misst nichts und diagnostiziert nichts. Es ersetzt weder Pflege noch ärztliche Betreuung.

Häufige Fragen zum Hausnotruf und zu Ondira

Was kostet ein Hausnotruf in der Schweiz?

Das hängt vom Anbieter, vom Kanton und vom Modell ab. Beim Rotkreuz-Notruf zahlst du zum Beispiel CHF 51 bis 64 im Monat und einmalig CHF 120 bis 150 (beim SRK Zürich CHF 200 bis 220 für Casa und Mobil zusammen) (SRK Zürich und Croix-Rouge fribourgeoise, Stand Oktober 2026, ohne Gewähr; massgebend sind die aktuellen Angaben der Anbieter). Eine Übersicht mit Quellen steht in unserem Ratgeber zum Hausnotruf in der Schweiz.

Gibt es einen Hausnotruf ohne Abo?

Ein Hausnotruf mit Leitstelle kostet fast immer monatlich, weil rund um die Uhr Personal bereitsteht. Ondira ist kein Hausnotruf. Es gibt Ondira aber in einer Gratis-Version ohne Abo, und Plus kostet CHF 3 im Monat oder CHF 30 im Jahr.

Hausnotruf oder App: was ist besser?

Bei Sturzrisiko, Herzproblemen oder Demenz ist ein Hausnotruf besser. Für Menschen, die allein leben, gut zurechtkommen und keinen Knopf tragen wollen, kann eine Check-in-App wie Ondira passen. Manche Familien kombinieren beides.

Gibt es einen Notruf für Senioren ohne Knopf am Handgelenk?

Es gibt Notrufuhren, mobile Geräte und Apps. Ondira braucht gar kein Gerät am Körper: Die Person tippt einmal im gewählten Rhythmus im Smartphone. Einen Notruf ersetzt das nicht, es meldet nur das Ausbleiben eines Lebenszeichens.

Was ist eine Check-in-App für Senioren?

Eine App, in der sich jemand regelmässig mit einem Tipp meldet. Bleibt das aus, werden hinterlegte Kontakte informiert. Bei Ondira bekommen sie eine ruhig formulierte E-Mail mit dem letzten Lebenszeichen.

Hat Ondira eine Sturzerkennung?

Nein. Ondira hat keine Sturzerkennung, keine Sensorik und keine Leitstelle. Wer das braucht, ist mit einem Hausnotruf mit automatischer Sturzerkennung besser bedient.

Kann man Hausnotruf und Ondira gleichzeitig nutzen?

Ja. Der Hausnotruf hilft im akuten Fall, Ondira merkt, wenn sich jemand nicht meldet, zum Beispiel weil der Knopf gerade nicht getragen wurde. Sagt den Kontakten vorher, was welche Nachricht bedeutet.

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Die passende Sicherheit, nicht die lauteste

Wenn ein Hausnotruf zu euch passt, nimm einen Hausnotruf. Wenn ein tägliches Zeichen reicht, richte Ondira gemeinsam ein und probier es in Ruhe aus.

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