Alleinarbeiterschutz per App: Lebenszeichen bei geringem Risiko

Wer allein arbeitet, meldet sich mit der App Ondira in einem festen Rhythmus. Bleibt die Meldung aus, bekommt die vorgesetzte Person eine E-Mail. Bei geringem Risiko ist das ein zusätzliches Netz. Eine Überwachung nach Suva ersetzt es nicht.

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Gratis-Version · Plus CHF 3 pro Monat oder CHF 30 pro Jahr

Alleinarbeit ist normal. Unbemerkt bleiben sollte sie nicht.

Der Hauswart kontrolliert abends die Heizung im Untergeschoss, die Servicetechnikerin wartet eine Anlage beim Kunden. Solche Einsätze sind Alltag.

Die Suva beschreibt das Risiko nüchtern: Wer allein arbeitet, erhält nach einem Unfall oder in einer kritischen Situation unter Umständen nicht rechtzeitig Hilfe.

Bei geringem Risiko verlangt die Suva keine besondere Überwachung, wenn die Person im Ernstfall selbst Hilfe rufen kann. Aber auch dort gibt es den Moment, in dem das nicht mehr geht. Für diesen Fall ist Ondira gedacht.

„Ich will niemanden überwachen. Ich will nur wissen, dass alle wieder heil aus dem Keller gekommen sind.“

So funktioniert es im Betrieb

Es gibt keine Team- oder Admin-Funktion. Jede Person nutzt die normale App auf ihrem eigenen Konto.

  1. Rhythmus pro Einsatz festlegen

    Die mitarbeitende Person legt fest, bis wann sie sich meldet. Der kürzeste Rhythmus ist alle 8 Stunden (Ondira Plus), in der Gratis-Version einmal täglich.

  2. Vorgesetzte als Vertrauenskontakt

    Sie trägt ihre vorgesetzte Person unter „Sofort informieren“ ein, den Pikettdienst als nächste Stufe.

  3. Melden mit einem Tipp

    Ist der Einsatz erledigt, genügt ein Tipp auf „Ich bin da“.

  4. Bleibt die Meldung aus, kommt eine E-Mail

    Zuerst wird die Person selbst erinnert, danach bekommt der eingetragene Kontakt eine E-Mail und klärt die Lage nach eurem Notfallkonzept.

Alleinarbeiterschutz: Vorgehen für Arbeitgeber in 4 Schritten

Ein eigenes Alleinarbeitsgesetz gibt es nicht. Massgebend sind Art. 8 VUV und Art. 6 ArG, konkretisiert im Suva-Merkblatt 44094 und in der Checkliste 67023. Keine Rechtsberatung.

  • 1. Gefährdung beurteilen: Erfasse alle Tätigkeiten ausser Sicht- und Rufweite und schätze Schadenausmass und Wahrscheinlichkeit ab, im Team mit der Sicherheitsfachperson.
  • 2. Überwachung nach Suva wählen: Je nach Risiko ist Alleinarbeit verboten, braucht eine willensunabhängige Überwachung wie eine PNA, eine periodische Überwachung mit höchstens 8 oder 4 Stunden Rettungszeit oder keine besondere Überwachung. Ein Notfallkonzept braucht es immer.
  • 3. Mitarbeitende anhören und instruieren: Sie wirken bei der Beurteilung mit, die Instruktion wird dokumentiert. Verhaltensüberwachung ist tabu.
  • 4. Ondira nur bei geringem Risiko einrichten: dort, wo die Person selbst Hilfe rufen kann, als zusätzliches Netz. Die Kontaktadresse muss während des Einsatzes gelesen werden.

Was Arbeitgeber und Sicherheitsbeauftragte fragen

Reicht das rechtlich?
Das hängt von deiner Gefährdungsbeurteilung ab. Ondira meldet sich frühestens nach 8 Stunden plus zwei Stunden Gnadenfrist und reicht für eine periodische Überwachung nach Suva allein nicht. Keine Rechtsberatung: Prüfe das mit deiner Sicherheitsfachperson.
Ist das nicht Überwachung am Arbeitsplatz?
Auch Check-in-Zeiten und Standorte sind personenbezogene Daten. Ondira darf nicht zur Verhaltens- oder Leistungskontrolle eingesetzt werden. Prüfe Zweck und Verhältnismässigkeit, informiere transparent und beachte die Mitwirkungsrechte. Einverständnis allein ersetzt diese Prüfung nicht.
Gibt es ein Dashboard für das ganze Team?
Nein. Ondira hat keine Team-, Admin- oder Auswertungsfunktion. Die vorgesetzte Person hört nur etwas, wenn eine Meldung ausbleibt. Wer eine zentrale Übersicht braucht, ist mit einem professionellen System besser bedient.
Im Untergeschoss oder im Wald gibt es kein Netz.
Für den Check-in braucht die App kurz Internet. Wer länger ohne Empfang ist, meldet sich vor und nach dem Einsatz. Ein Funkloch kann einen Fehlalarm auslösen. Bei hohem Risiko ohne Netz braucht es eine Lösung mit eigener Funkverbindung.

Was Ondira nicht ist

  • Keine Personen-Notsignal-Anlage

    Ondira hat keine Lage- oder Ruhealarm-Sensorik, keine Leitstelle und keine Zertifizierung. Die Überwachung gefährlicher Arbeiten ersetzt es nicht.

  • Keine Live-Ortung

    Keine Live-Ortung, kein Bewegungsprofil. Standort nur auf Wunsch der Person beim Check-in.

  • Kein Notruf

    Ondira ruft keine Rettung. Im Notfall gilt 144 oder 112, im Gelände auch die Rega unter 1414.

Warum du Ondira im Betrieb einsetzen kannst

  • Nur Meldung ja oder nein

    Kein Verhaltensprofil, keine Arbeitszeiterfassung. Verlauf 14 Tage, im Konto der Person.

  • DSG/DSGVO-konform gestaltet

    Keine Gesundheitsdaten, keine Werbekennungen, kein Datenverkauf. Serverstandort: Schweiz.

  • Ehrlich über Grenzen

    Wir sagen klar, wofür Ondira nicht reicht.

  • Aus dem Wallis

    Entwickelt und betrieben von diehm it-services in Brig-Glis.

Daniel Diehm und Oliver Gepp bauten Ondira, weil zwischen Notrufsystem und Standort-App etwas fehlte. Die Geschichte dahinter

Häufige Fragen zum Alleinarbeiterschutz

Gibt es eine App für Alleinarbeiter?

Ja. Ondira ist eine Check-in-App für Alleinarbeit mit geringem Risiko: Die Person meldet sich per Tipp, bleibt die Meldung aus, bekommt die vorgesetzte Person eine E-Mail. Bei höherem Risiko braucht es einen willensunabhängigen Alarm mit Empfangszentrale, etwa eine Personen-Notsignal-Anlage. Das kann Ondira nicht.

Ist Alleinarbeit in der Schweiz erlaubt?

Ja, grundsätzlich. Laut Suva ist Alleinarbeit aber unzulässig, wenn sie zu einer Verletzung führen kann, die sofortige Hilfe durch eine zweite Person nötig macht. Für einige Arbeiten ist sie ausgeschlossen, etwa an elektrischen Installationen unter Spannung oder in engen Räumen. Gefährliche Alleinarbeit muss nach Art. 8 VUV überwacht werden.

Welche Vorschriften gelten für Alleinarbeit in der Schweiz?

Artikel 8 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) verlangt, dass der Arbeitgeber eine Person überwachen lässt, die eine gefährliche Arbeit allein ausführt. Dazu kommen die Pflichten zum Gesundheitsschutz aus Artikel 6 des Arbeitsgesetzes. Die Suva konkretisiert das im Merkblatt 44094 und in der Checkliste 67023.

Was ist eine Alternative zur Personen-Notsignal-Anlage?

Bei periodischer Überwachung nennt die Suva Kontrollanrufe, Kontrollgänge, eine erwartete Meldung oder ein System mit Voralarm. Ondira ist keine Alternative zur PNA, sondern ein zusätzliches Netz bei geringem Risiko.

Wie funktioniert eine Totmannschaltung für Mitarbeitende mit dem Handy?

Die Person meldet sich in einem festen Rhythmus aktiv. Bleibt die Meldung aus, wird sie zuerst erinnert, danach geht eine E-Mail an den Kontakt. Anders als eine echte Totmannschaltung erkennt Ondira weder Sturz noch Bewegungslosigkeit.

Braucht die vorgesetzte Person die App?

Nein. Als Vertrauenskontakt reicht eine E-Mail-Adresse, die während des Einsatzes gelesen wird.

Darf der Arbeitgeber den Standort der Mitarbeitenden sehen?

Ondira zeigt keinen Live-Standort. Ist die Standortfunktion eingeschaltet, geht der Standort nur beim Check-in mit. Das entscheidet die Person in ihrer App.

Weiterlesen

  • Ratgeber: Alleinarbeit in der Schweiz

    Gesetz, Suva-Matrix und Checkliste für deinen Betrieb.

    Zum Ratgeber →
  • So funktioniert Ondira

    Fristen, Erinnerungen und Meldekette im Detail.

    Zum Ablauf →
  • Preise pro Person

    Gratis-Version oder Plus mit 8- und 12-Stunden-Rhythmus. Firmenkonditionen gibt es nicht.

    Zu den Preisen →

Ein Baustein, ehrlich eingesetzt

Wo die Person selbst Hilfe rufen kann und ein zusätzliches Netz sinnvoll ist, probiert Ondira aus: jede Person mit eigener App, die vorgesetzte Person als Kontakt.

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